Es wird oft darüber diskutiert, ob der Firefox nun sicherer oder unsicherer sei als der Internet Explorer (viele technisch versierte Nutzer sind übrigens der Überzeugung, dass der Firefox deutlich sicherer ist). Dabei wird oft ein wichtiger Faktor übersehen. Relevant ist nicht nur die Sicherheit oder Unsicherheit eines Produktes, sondern auch dessen Verbreitung.
Ein Beispiel:
Dialer werden heute oft über Browser-Sicherheitslücken quasi automatisch auf einem Rechner installiert. Es ist für Dialer-Produzenten viel einfacher, wenn der Ziel-Markt quasi homogen aus einem Browser besteht. Die Angriffe können so mit einem minimalen Aufwand einen maximalen Ertrag bringen (d.h. mit dem Ausnützen einer einzigen IE-Sicherheitslücke können potentiell bis zu 90% der Benutzer "erreicht" werden).
Es kann davon ausgegangen werden, dass es nicht möglich ist, einen Dialer durch Sicherheitslücken von mehreren verschiedenen Browsern zu platzieren, sondern nur gezielt für ein Produkt. Das Nichteintreffen dieser Prämisse wäre relativ folgenlos, denn der Aufwand um mehrere Lücken auszunetzen (falls dies technisch machbar wäre), würde deutlich ansteigen, d.h. wirtschaftlich gesehen wäre ein solches Szenario kaum lohnend. Davon wären bei einer homogenen Verteilung von z.B. 5 Produkten folglich 20% der Internetnutzer betroffen, im Gegensatz zu den annähernd 90% der Nutzer von heute.
Konklusion: Aus einem übergeordneten Standpunkt aus betrachtet ist ein Marktumfeld mit einigen konkurrenzierenden Produkten bezüglich der Anfälligkeit auf Risiken dem heutigen Umfeld deutlich überlegen. Deshalb braucht es Projekte wie Firefox.